EX-word Lehrerworkshops EX-word Infoservice Schulsammelbestellung Sonderkonditionen für Lehrer & Professoren
   

HÄNDLERSUCHE

Bildungsprojekte

Dientzendorfer-Gymnasium Bamberg / Bayern

Dientzendorfer-Gymnasium Bamberg / Bayern

Ergebnis:
In einem Unterrichtsprojekt des Leistungskurses Englisch am Dientzenhofer-Gymnasium in Bamberg sollte im Schuljahr 2003/2004 der Frage nachgegangen werden, ob der Einsatz elektronischer Wörterbücher zu einem Mehrwert für den Fremdsprachenunterricht und den Fremdsprachenerwerb speziell auch im Hinblick auf die Abiturprüfung führen kann. Dazu wurde den Kursteilnehmern jeweils ein elektronisches Wörterbuch EW-G 2100 der Firma CASIO zur Verfügung gestellt, das neben dem Oxford Advanced Learner's Dictionary noch das Pons Großwörterbuch Englisch-Deutsch, Deutsch-Englisch für Experten und Universität sowie das Duden Universalwörterbuch und den Oxford Thesaurus enthält. Daneben hatte sich jeder Teilnehmer bereits schon in der 11. Klasse entweder das Oxford Advanced Learner's Dictionary oder das Longman Dictionary of Contemporary English angeschafft.

Die häusliche Vorbereitung bestand jeweils in der Erstellung der deutschen übersetzung eines englischen Abiturtextes. Die im Rahmen dieser Vorbereitung nachgeschlagenen Wörter sollten von den Teilnehmern unter Angabe des jeweils verwendeten Wörterbuches markiert und das jeweilige übersetzungsäquivalent dazu notiert werden. Diese Notizen wurden dann am Ende des Kurses vom Kursleiter ausgewertet. Dabei hat sich gezeigt, dass die Papierversion viel seltener zum Nachschlagen verwendet wurde als die elektronische Form. Diese Feststellung wurde auch durch die Auswertung der am Kursende verteilten Fragebögen bezüglich des Wörterbucheinsatzes und der Bewertung einzelner Wörterbuchfunktionen bestätigt. Besonders die Handhabung und die Langwierigkeit des Suchprozesses wurden bei der Papierversion von den Teilnehmern in der abschließenden Evaluation bemängelt, wogegen die leichte und einfache Handhabung als auch das wesentlich geringere Gewicht und die Schnelligkeit beim Nachschlagen unter anderem als Gründe für den Einsatz des elektronischen Wörterbuches angegeben wurden.

Ob sich der Einsatz der elektronischen Wörterbücher auch qualitativ auf die Ergebnisse in Klausuren auswirkt, konnte objektiv nicht unter Prüfungsbedingungen ermittelt werden, da die bayerische Prüfungsordnung die Verwendung eines bilingualen Wörterbuchs verbietet. Allerdings durfte das Gerät zur Erstellung der für die Abiturzulassung essentiellen "Facharbeiten" (ca. 20-seitige Arbeiten zu einem vorgegebenen Thema in englischer Sprache) benutzt werden. Auch hier fiel auf, dass die Schüler sehr viel mehr nachschlugen und damit deutlich bessere Ergebnisse als vergleichbare Kurse erzielten, insbesondere was die Idiomatik des von ihnen verwendeten Englisch angeht. Auf Nachfrage gaben die Schüler an, dass ihnen vor allem der Thesaurus sehr geholfen und ihnen das Gerät insgesamt viel Zeit erspart habe. Der zum Abschluss des Unterrichtsprojektes verteilte Fragebogen brachte auch etwas Klarheit bezüglich der Motivation der Teilnehmer zum Einsatz des elektronischen Wörterbuches. So ist es nicht nur die Schnellsuchfunktion, die einiges an "Tipparbeit" erspart und ein schnelleres Auffinden ermöglicht. Vielmehr fiel auf, dass es den Schülern regelrecht Spaß machte, mit dem Gerät zu arbeiten und "einfach mal so" Wörter, die ihnen gerade in den Sinn kamen, in den verschiedenen Wörterbüchern nachzuschlagen, was die Sprungfunktion ja ohne Probleme möglich macht. Vor allem zu Beginn des Projektes beschwerten sich Kollegen, dass sich die Schüler in ihrem Unterricht mit "dem Casio" fremd beschäftigten. Dass Schüler lieber in ihrem Dictionary nachschlagen, als in der Biostunde aufzupassen, ist mir allerdings noch nie zu Ohren gekommen...

Für den Lehrer bedeutet der Einsatz solcher Geräte trotz ihrer motivationssteigernden Wirkung jedoch keineswegs den Wegfall der Notwendigkeit zum Vertrautmachen seiner Lernenden mit den Techniken des Wörterbucheinsatzes. Allerdings beschäftigen sich die Schüler von sich aus viel intensiver mit dem Medium und das Gerät ist derart benutzerfreundlich, dass, insbesondere im Hinblick mit der Arbeit mit Kollegiaten, kaum Erklärungsbedarf bestand. Obgleich einige Wünsche, wie z.B. die Eingabemöglichkeit eigener Anmerkungen bzw. das Nachschlagen von Idiomen oder eine Erweiterbarkeit über den PC noch offen bleiben, zeigte der Unterrichtsversuch, dass Wörterbucharbeit mit den untersuchten elektronischen Wörterbüchern die Nachschlagemotivation steigert, zu einer höheren übersetzungsqualität führt, die Idiomatik des Englisch bei der eigenen Textproduktion steigert und last but not least mehr Spaß macht als der Umgang mit der Papierversion.

zurück