Zum Start unseres neuen EX-word Blogs haben wir ein Interview mit Ruth von Borck geführt und sie zum Gebrauch der elektronischen Wörterbücher von EX-word an Schulen befragt.

Ruth von Borck arbeitet im Educational-Team bei Casio und beschäftigt sich mit dem EX-word und der Nutzung des Gerätes an Schulen durch Schüler und Lehrer.
Hallo Ruth.
Was ist in Deinen Augen das Besondere an den elektronischen Wörterbüchern der EX-word Serie?
Ich kann super schnell die Übersetzung, die ich brauche, finden, ohne dass ich lange in einem Papierwörterbuch blättern muss. Außerdem kann ich mir den einsprachigen Eintrag, der oftmals besser erklärt ist, als der Zweisprachige, anzeigen lassen. Die Wörter, die ich in der Erklärung nicht verstehe, kann ich mit nur wenig Zeitaufwand durch die Sprungfunktion einfach nachschlagen.
Was man natürlich auch noch nennen muss, ist die Sprachenvielfalt. Englisch, Französisch, Latein und Deutsch auf einem Gerät zu haben, ist einfach prima, da man die Geräte sprachenübergreifend in der Schule einsetzen kann.
Unser sogenanntes Schülergerät, das EW-G500 ist sogar in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen in der Abiturprüfung zugelassen.
Wie nutzt Du selber Dein EX-word? Gib uns doch eine kurze Einführung..
Ich benutze mein EX-word täglich im Büro und natürlich wenn ich unterwegs bin, um Lehrerinnen und Lehrer an Schulen in die Funktionalität des elektronischen Wörterbuches einzuführen. Überwiegend nutze ich es aber für die Zusammenarbeit mit unseren japanischen Kollegen und um Präsentationen in Englisch zu erarbeiten.
Eine kurze Einführung wollt Ihr haben? Nun gut, unsere elektronischen Wörterbücher haben für die englische und französische Sprache einsprachige Wörterbücher und zweisprachige Wörterbücher integriert. Für Latein gibt es ein Latein-Deutsch Wörterbuch und der Rechtschreibduden ist für die deutsche Sprache natürlich auch enthalten. Das elektronische Wörterbuch hat verschiedene Suchmöglichkeiten. Die Stichwortsuche ist wohl die herkömmlichste Suchform, da man auch mit Papierwörterbüchern ein Stichwort nachschlägt. Es kann aber, zusätzlich zu der Stichwortsuche, auch nach Beispielsätzen und Redewendungen gesucht werden. Dieses geht mit einem Papierwörterbuch nicht. Ebenso werden Wörterbucheinträge in verschiedene Unterebenen untergliedert, in denen die Redewendungen und Beispielsätze zu finden sind. So wird der Eintrag des gesuchten Wortes besonders bei langen Einträgen übersichtlicher.
Mit der Sprungfunktion kann man in den Wörterbüchern hin und her springen. Man kann zum Beispiel im einsprachigen Wörterbuch ein Wort nachschlagen und sobald man ein Wort in der Erklärung zu dem gesuchten Begriff nicht versteht, kann man dieses Wort anwählen und in dem zweisprachigen Wörterbuch übersetzen lassen.
Zu den Suchmöglichkeiten gibt es auch noch eine Favoritenlistenfunktion und eine Verlaufsfunktion. Das heißt, man kann sich Vokabellisten anlegen mit denen man lernen kann, oder man kann kürzlich aufgerufene Suchaufträge einfach über die Verlaufsfunktion anzeigen lassen. Dadurch muss der Suchvorgang bei Wörtern, die man wiederholt nachschlägt, nicht immer wieder neue gestartet werden, wie das bei den gedruckten Wörterbüchern der Fall wäre.
Denkst Du, dass es für Schüler eine große Umstellung ist mit dem EX-word zu arbeiten?
Es wird eine große Umstellung sein, aber keine Negative, sondern eine Positive. Man muss kein schweres Wörterbuch mehr mit sich umher tragen, man kann das Wörterbuch immer im Unterricht verwenden, da es einfach in der Schultasche seinen festen Platz bekommt, und man ist viel schneller beim Nachschlagen.
Viele Schüler, die vorher nicht genug Mut hatten, sich im Unterricht stärker mündlich zu beteiligen, haben uns mitgeteilt, dass Ihnen der Sprachenunterricht nun richtig viel Spaß bringt, da sie, sobald sie etwas nicht verstanden haben, einfach im EX-word nachschlagen können, um sich dann z.B. an der Diskussion zu beteiligen. Sie fühlen sich durch den kleinen elektronischen Helfer sicherer und trauen sich dann auch mehr zu. Außerdem wurde uns von Lehrerinnen und Lehrern mitgeteilt, dass die elektronischen Wörterbücher Schüler motiviert aktiv nachzuschlagen.
Wie nutzen die Schüler das EX-word?
Schüler nutzen das elektronische Wörterbuch in der Regel im Sprachenunterricht, bei Hausaufgaben, beim Schüleraustausch und auch im Urlaub. Es wird ein täglicher Begleiter, den der Schüler erfahrungsgemäß auch nicht mehr missen möchte.
Wie beurteilen Lehrer die Nutzung des EX-word statt klassischen Wörterbüchern?
Die Rückmeldung, die wir im Educational Team erhalten, ist meistens positiv. Lehrerinnen und Lehrer berichten uns, dass die Schüler auf einmal gerne Wörter nachschlagen, dass dadurch eine ganz andere mündliche Mitarbeit herrscht und auch dass die verschiedenen Funktionen des EX-words Schüler dazu anhält, Vokabellisten zu erstellen und zu lernen. Sie können mit ihren Schülern auch mal Texte erarbeiten, die für die Schüler inhaltlich spannend, da altersgemäß, aber auch anspruchsvoll sind. Bisher war es oft eher der Fall, dass die Lektüre von den Lehrern nach dem bestehenden Wortschatz der Schüler ausgesucht wurde. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass die behandelten Texte leicht zu lesen waren, jedoch inhaltlich deutlich unter dem Niveau der Schüler lagen. Ach ja, die Lehrerinnen und Lehrer, die regelmäßig mit den elektronischen Wörterbüchern arbeiten, können sich meist eine Arbeit ohne die kleinen und leichten Sprach-Helferlein nicht mehr vorstellen.
Wie fallen die Reaktionen der Eltern auf das EX-word anstelle von klassischen Wörterbüchern aus?
Die Reaktionen fallen, um ehrlich zu sein, recht unterschiedlich aus. Das liegt aber nicht an der Funktionalität der Geräte, sondern vielmehr an dem Preis. 129,90€ kostet das Schülergerät in einer Schulsammelbestellung, und das ist leider manchen Eltern zu hoch. Dabei sollte man bedenken, dass, wenn man alle acht Wörterbücher, die sich auf dem Gerät befinden, in Papierform kaufen würde, diese deutlich mehr als 129,90 € kosten.
Das ist aber nur eine Reaktion. Wir erhalten auch ganz andere Reaktionen, wo die Eltern, die Benutzung des EX-words empfehlen und von den positiven Aspekten überzeugt sind. Es ist ja schließlich nicht nur eine Anschaffung für ein oder zwei Jahre, es ist eine Anschaffung für die gesamte Schulzeit und darüber hinaus. Im Studium, in der Ausbildung, bei der Arbeit – überall wird heutzutage zumindest eine Fremdsprache benötigt.
Wo siehst Du die direkten Vorteile des Lernens mit dem EX-word?
Ich werde eine Stichpunktartige Aufzählung machen, damit man sich die Vorteile nicht aus meinem langen Gerede noch heraussuchen muss!
- schneller Zugriff auf die Wörterbücher
- Eingabesensitive Suchmaske, das heißt, man muss nicht ein ganzes Wort eingeben, sondern man erhält bereits nach den ersten Anfangsbuchstaben eine Vorschlagsliste, aus der man das gesuchte Wort wählen kann.
- Verschiedene Suchmöglichkeiten – Stichwortsuche, Beispielsatzsuche, Idiomsuche, Rechtschreibprüfung
- Durch Unterebenen werden lange Wörterbucheinträge übersichtlicher.
- Redewendungen und Beispielsätze kann man sich mit nur einer Taste bei Bedarf anzeigen lassen.
- Favoriten-Funktion – man kann sich direkt beim Nachschlagen eine Vokabeldatei anlegen.
- Durch die Sprungfunktion wird die Verwendung von mono- und bilingualen Wörterbüchern zur Selbstverständlichkeit.
Wie siehst Du die Zukunft des Lernens in Schulen?
Im Sprachenunterricht sehe ich die Zukunft des Lernens definitiv in den elektronischen Wörterbüchern. Dadurch, dass sie bereits jetzt in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen zur Abiturprüfung zugelassen sind, sieht man, meiner Meinung nach, schon, in welche Richtung das Erlernen von Fremdsprachen gehen wird. Elektronische Medien werden immer mehr in Schulen eingesetzt, und wir haben, durch die Komplexität des elektronischen Wörterbuchs, einen Vorteil gegenüber den Smartphones und Netbooks, die nicht im Abitur als Hilfsmittel genutzt werden dürfen.
Aber auch in den Bundesländern, in denen die Wörterbücher bisher noch nicht für die Prüfung genehmigt wurden, tendieren immer mehr Lehrer zu den elektronischen Wörterbüchern, denn sie müssen die Schüler, die der ‚Generation Nintendo’ angehören, da abholen, wo diese sich befinden. Für diese Schüler ist die Nutzung unterschiedlicher Medien eine Selbstverständlichkeit. Ich denke, dass es in Bezug auf das Erlernen von Fremdsprachen entscheidend ist, dass die Schüler überhaupt nachschlagen. Das sollte doch ein Ziel des Unterrichts sein. Ein elektronisches Wörterbuch unterstützt Lehrer und Schüler dabei..
Erzähle uns doch zum Abschluss eine kleine Anekdote zum Thema Sprachen. Hast Du schon einmal im Ausland ein lustiges Sprachmissgeschick erlebt?
An ein lustiges Sprachmissgeschick im Ausland kann ich mich nicht erinnern, aber an ein peinliches Übersetzungsmissgeschick.
Ich hatte gerade ein Jahr Französisch – also achte Klasse. In dieser Stunde sollten wir einen Brief aus dem Französischen ins Deutsche übersetzen. Er begann mit der Anrede ‚Ma chere’. Nun kam ich als Erste an die Reihe und übersetzte dieses mit ‚Meine Kirsche’. Die Reaktion des Lehrers war ein sehr kurzes Schweigen, dem ein brüllendes Lachen folgte, in das meine Klassenkameraden folgten. Der Lehrer sprach mich danach dafür dann manchmal mit ‚Meine Kirsche’ an. Wenn mir damals bereits ein elektronisches Wörterbuch zur Verfügung gestanden hätte, wäre mir dieses peinliche Outing als Opfer der Werbeindustrie sicher nicht passiert.
Vielen Dank für Deine Zeit und die ehrlichen Antworten.